Andreas Baumgartl / Galerie für Zeitgenössische Kunst

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Karoline Wittmann



Karoline Wittmann wurde am 13. Februar 1913 als Karoline Erlacher in München geboren. Nach dem Schulabschluss arbeitete sie im elterlichen Kolonialwarengeschäft und besuchte ab 1934 die private Malschule von Moritz Heymann, sowie Abendkurse von Prof. Max Mayrshofer an der Münchner Kunstakademie. 1937 bestand sie die Aufnahmeprüfung an der Akademie und studierte bei Prof. Julius Heß, dessen Meisterschülerin sie wurde. 1938 heiratete sie den Bildhauerstudenten Paul Wittmann.
Während der Bombenangriffe des 2. Weltkrieges verlor sie nahezu alle bis dato entstandenen Bilder, begann jedoch nach dem Abschluss des Studiums (1945) und der Geburt ihres Sohnes (1946) ihre Laufbahn als freie Malerin. Unterstützt wurde sie dabei von ihrem Mann, der ihr zuliebe auf eine eigene Karriere als Bildhauer verzichtete. Karoline Wittmann schuf in den folgenden Jahren bis 1965 mit mehr als 300 Arbeiten ihr künstlerisches Lebenswerk. Am 15. März 1978 erlag sie der langen Krankheit, die es ihr das Arbeiten in den letzten Lebensjahren unmöglich gemacht hatte.

Karoline Wittmann gehört zu den „Malern der ersten Stunde“, die sich vor, während und vor allem nach dem 2. Weltkrieg in Künstlergenossenschaften organisierten und fast ausschließlich der gegenständlichen Malerei widmeten. Sie war Mitglied in drei Münchner Künstlerverbänden und trat der Gedok, der internationalen Vereinigung von Künstlerinnen bei. Von 1949 bis 1960 war sie fast jährlich mit der Neuen Münchner Künstlergenossenschaft an der Großen Kunstausstellung im Haus der Kunst beteiligt. 1955/56 nahm sie an der Gedok-Wanderausstellung „Contemporary Women’s Painting in Germany“ teil, und 1958 war sie bei der Ausstellung „München 1869 – 1958, Aufbruch zur Moderne“ mit einem Bild vertreten.

Da in der Nachkriegszeit jedoch die Abstraktion mehr und mehr bestimmend wurde, wurden die Künstler der so genannten „Verschollenen Generation“ immer weniger beachtet und gerieten in Vergessenheit. Erst in den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts begann sich das Interesse an den „Malern der ersten Stunde“ wieder zu regen. Eine besondere Entdeckung hierbei ist das Werk der Münchnerin Karoline Wittmann, das nun erstmalig in einer großen Ausstellung der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird.
Anhand eines guten Drittels des Gesamtwerkes zeigt die Galerie Andreas Baumgartl den Werdegang und die Entwicklung der bisher noch unbekannten, aber wichtigen Vertreterin der „Verschollenen Generation“. Und außerdem erzählen diese farbigen, ausdruckstarken und harmonischen Bilder mit ihren verschiedenartigen Sujets - den Stilleben, den Landschaften, den alltäglichen und den besonderen, meist typischen Münchner Szenen und Motiven - von einer längst vergangenen Zeit.
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